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Gewalt unter der Geburt – Roses Revolution Day

Morgen ist der Roses Revolution Day. Es geht um das Thema Gewalt in der Geburtshilfe. Frauen legen eine Rose an dem Ort nieder, an dem sie Gewalt unter der Geburt erfahren haben, um ein Zeichen zu setzen.

Auch ich habe Gewalt unter der Geburt erfahren. Es mag vielleicht nicht sofort als Gewalt erkannt werden, doch sie ist da. Angefangen bei dem Legen eines Venenkatheters, den ich nicht wollte, welcher mir mit den Argumenten des „Falls es schnell gehen muss“ und „Beckenenlage“ aufgezwungen wurde. Ein erstes Aberkennen meiner Gebärkompetenz. Ein deutliches Zeigen durch Taten, dass mir in diesem Moment nicht zugetraut wurde, diese Geburt zu meistern, denn es könnte ja… ein fortwährendes Absichern der Eventualitäten.

Als nächstes das Bestehen auf eine vaginale Untersuchung, die ich nicht wollte, die mir unangenehm war. Immer wieder. Und dann mein Nachgeben dazu. Ein grobes Hineinschieben der Hand in mein Innerstes. Drücken, Tasten, was mir so sehr weh tat, dass ich mir nicht anders zu helfen wusste als zu Tönen. Zu Veratmen. Zu Schreien. Schmerzhafter als eine Wehe. Viel schmerzhafter. Dann der ungläubige Blick, warum sich denn nichts tut während der „Wehe“. Das ist Gewalt. Wobei doch ein sanfter, vorsichtiger Umgang, mit welchem die Frau konform geht, so wichtig ist. Denn es geht doch ums Öffnen. Um Weit werden. Ums loslassen. Ums sicher sein. Wie soll ich da ein Baby aus meinem sicheren Inneren loslassen können, wenn die Umgebung, in der ich mich befinde, dies nicht ist. Ich nicht sicher bin. Meine Würde nicht gewahrt, mir Gewalt zugefügt wird.

Dann die Wahl, die für mich keine war. Wehentropf oder Kaiserschnitt. Das was ich nie wollte, wählte ich. Den Schnitt. Aufgeschnitten. Auch das ist Gewalt. Habe ich mir nun diese Gewalt selbst angetan. Zum Teil ja und zum Teil nein. Denn auch das Umfeld, in welchem ich gebäre, hat einen Einfluss. Einen sehr großen. Es muss sich etwas tun. Zuallererst ist es jedoch an den Frauen. Gebt bitte eure Verantwortung nicht ab. Wenn ihr für euch einsteht, muss sich die Geburtshilfe ändern. Wenn ihr hinterfragt, warum, was, wieso gemacht werden muss. Wenn ihr verstehen wollt und nicht blind vertraut. Euch eure Meinung bildet und dann nach bestem Gewissen handelt, dann wird sich etwas ändern. Steht für euch ein. Steht für eure Kinder ein. Denn auch sie werden irgendwann Kinder in diese Welt bringen. Denn es ist nicht egal wie wir geboren werden. Sowohl als Kind. Als auch wir als Mütter. Wir werden auch geboren. Auch unsere Muttergeburt ist wichtig. Aus ihr sollten wir nicht verletzt und traumatisiert hervorgehen. Sie sollte unser Fels in der Brandung sein, der uns in fordernden Situationen erinnert: Ich kann alles schaffen, denn ich habe die Kraft und Ausdauer in mir. Ich bin mächtig.

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